Über den (Becken-) Rand geblickt – Teil 1

Auf geht’s, hier ist Teil Zwei! Nach einigen Anrufen unserer Mitglieder möchte ich nochmal deutlich machen: Es geht in dieser Reihe nicht um eine Erläuterung oder gar Kommentar zur DIN 19643! Zur DIN ist viel geschrieben, auch in unserem Blatt. Mögen all ihre Propheten in der Nähe des Berges bleiben und die Gebote zitieren! Nein, ich möchte vielmehr Interesse wecken, welche Lösungswege es neben der DIN gibt, welche Fallstricke auf dem Weg zum neuen oder sanierten Schwimmbad warten (können) und was die Beteiligten alles bedenken müssen / sollen / können. Unsere Mitglieder sollen WISSEN was in der Wundertüte „Planung meines Schwimmbades“ stecken sollte. Nicht zu verwechseln mit KÖNNEN und HANDELN, dafür werden in der Regel die Architekten und Ingenieure bezahlt. Schließlich geht es hier um das tägliche Werkzeug der Schwimm-Meister.

Über den (Becken-) Rand geblickt – Teil 2

In der Regel spielt die Schwallwasser-Verrohrung in der Planung eines Schwimmbades (zu Unrecht) eine untergeordnete Rolle. Denn schon in der Planung des Gebäudes werden die Positionen der Behälter festgelegt. Ein Hotel in Berlin hat das Becken im 5. OG, der Schwallwasserbehälter ist im Keller. Bei einer Geschoßhöhe von 3,50 Meter darf sich der Hotel-Betreiber über 5,8kW extra Leistung an den Pumpen freuen. In Moskau ist ein Becken im 62. Stockwerk der Federation-Towers, man stelle sich diese Rechnung vor…

Über den (Becken-) Rand geblickt – Teil 3

Abhilfe kann hier eine einfache Vorrichtung schaffen, die das Wasser in Richtung des Rinnenablaufes umleitet. Dabei haben die Leitbleche einen Abstand, der den richtigen Volumenstrom dem betroffenen Kreissegment zuleitet. Natürlich kann man im Sinne von „Das Eckige in das Runde“ nicht einfach gleiche Spaltbreiten auf den Kreisquerschnitt übertragen. Mit den oben errechneten 178 mm ergeben sich also die Spaltbreiten entsprechend folgender Tabelle.

Über den (Becken-) Rand geblickt – Teil 4

Die oben genannte DIN 12056 geht davon aus, dass der Rinnenablauf nicht direkt in den Rinnenboden geflanscht wird, sondern als ein Einlauftrichter wie in der Grafik zur Dachentwässerung ausgebildet wird. Der Trichter erfasst dabei die gesamte Rinnenbreite. Halten wir an dieser Stelle fest, dass es vermutlich günstiger ist, in diesen Trichter zu investieren anstatt geringere Abstände der Abläufe zu planen. Bei der Berechnung der senkrechten Rinnenabläufe nach dieser Methode darf man aber nicht außer Acht lassen, dass bei „außenliegender Dachentwässerung“ ein Überlaufen der Rinne nicht das größte Problem ist. Bitte, man darf solchen Vorschriften nicht dogmatisch folgend, sondern muss auch einen Blick für die Bedingungen, unter denen die Vorschriften entstanden sind, übrig lassen. Man darf seine Schwimm-Meister-Logik nicht ausschalten!

Über den (Becken-) Rand geblickt – Teil 5

Immer muss der Wasserspiegel stimmen, also der Volumenstrom in der Leitung mit der Dimension abgestimmt sein. Eine Rechen‑, besser eine Fleißaufgabe. Wir hatten die Formeln nach Manning-Strickler bereits strapaziert. Diese beruhen auf praktischen Versuchen. Eine Nummer anspruchsvoller, und deshalb auch geeigneter, finde ich die mehr theoretischen Formeln der Herrn Prandtl und Colebrook. Im Sinne der Hinweise von oben überlasse ich das den interessieren Lesern, dies mal zu googlen.

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